Die britischen Inseln werden von den wilden Horden der Angeln und Sachsen heimgesucht.
Tapfer wehren sich die letzten verbliebenen keltischen Verbände
gegen die Übermacht der Feinde.
Schließlich unterliegen sie jedoch nach langem blutigem Kampf und werden in die
unwirklichen Gegenden von Albion zurückgedrängt.
Jeglicher Lebensgrundlage beraubt machen sich drei tapfere Krieger
auf eine neue Heimat für sich und ihre Sippe zu finden. Hier erzählen wir ihre Geschichte…
Schon lange leisteten Bullwyf, Sägar und Haldor
erbitterten Widerstand gegen die Eindringlinge aus dem Osten.
Nach Jahren der Kämpfe und Überfälle war das Land ausgeblutet. Nun stand ein neuer
Winter bevor und es gab kaum Vorräte um die Sippe
über die dunkle Jahreszeit zu bringen, geschweige denn Sägars legendärem Hunger zu
stillen. Zu Samhain nun als alle Mitglieder der Sippe versammelt waren,
beriet der Rat der ältesten was zu tun sei.
Nach langen fruchtlosen Diskussionen erhob kam man überein,
die drei fähigsten Krieger des Stammes der Venedotae auszuschicken um eine neue Heimat
für die Vertrieben zu suchen.
So machten sich unsere drei Helden eines nebligen Morgens auf den Weg.
Sie trugen nichts bei sich als ihre kunstvollen Lederrüstungen und ihre
schrecklichen Waffen. Im letzten Moment nahm Sägar auch noch Cornelia mit -
eine edle Römerin - die er auf einem seiner Raubzüge erbeutet hatte.
Seinen beiden verwunderten Waffenbrüdern wollte er weismachen,
dass sie auf ihrem gefahrvollen Weg sicher ein Weib brauchten,
das sich um die Zubereitung ihres Mahls und die Verrichtung der alltäglichen Dinge
kümmerte - Arbeiten die für einen keltischen Krieger schändlich
auszuführen gewesen wären.
In Wirklichkeit aber konnte er sich nicht von ihrem lieblichen Antlitz trennen.
So überquerte man ganz Albion auf der Suche nach einem geeigneten Platz.
Doch wohin die vier auch kamen, überall fanden sie nur Verwüstung vor.
Die Angeln und Sachsen hatten sich bereits eingenistet
und was am Schlimmsten war - sie verdrängten die alten Götter
und ersetzten sie durch den weißen Christ.
In Cantil schließlich erfuhren sie, dass es jenseits des Meeres im Reich der Morini
in Gallien noch fruchtbares Land gäbe das nicht von Christen beansprucht wurde.
So setzten die Gefährten über und betraten schon bald das gelobte Land.
Um sich von den Strapazen der unruhigen Überfahrt zu erholen,
kehrten sie in die erstbeste Hafenschänke ein.
Nachdem Sie ihren gewaltigen Durst mit Met gestillt hatten,
berieten sie wie es weiter gehen sollte.
Just in diesem Augenblick trat ein Krieger aus dem hohen Norden in die verrauchte Stube.
In seinem Schlepptau hatte er mehrere tratschende Weiber
sowie ein kleines Kind. Mit einer Mischung aus Mitleid und Neugier betrachteten unsere
Helden den Neuankömmling
. Erik sei sein Name, sprach der Normanne
und die Weiber in seinem Schlepptau waren seine Frau Verena,
die gemeinsame Tochter Ronja, seine Schwägerin Kathrin
und deren Gefährtin Caitorinia.
Letztere war ihm von ihrem eigenen Vater hinterlistig aufs Auge gedrückt worden,
als dieser ihn mit Met abgefüllt hatte. Nun hatte er die undankbare Aufgabe einen
geeigneten Mann zu finden, der ihrer garstigen Zunge Herr werden konnte.
Nach einigen weiteren Hörnern Met kam man schließlich überein,
gemeinsam weiter zu ziehen. Wie auch unsere drei Helden war Erik der Normanne,
auf der Suche nach einem Stück Land das noch nicht von Christen verseucht worden war.
Man beschloss sein Glück im fruchtbaren Sizilien zu versuchen.
Die Mauren dort waren, was die Religion betraf, sehr tolerant
und auch das Klima eignete sich hervorragend zur Kultivierung von Wein und
anderen hoch geschätzten Gütern.
Erik sollte die Führung übernehmen …
Er führte unsere tapfere Schar zielstrebig nach Norden
(wo Sizilien bekanntlich nicht liegt).
Immer unwirklicher wurde die Gegend und unsere Helden fragten sich schon,
ob es wirklich eine so gute Idee war dem Normannen, der sich nach dem Zug der Wolken
orientierte, zu folgen.
Als sie schließlich mehrere Gebirgspässe überquert hatten meuterten die Frauen.
Erstens wäre die lange Reise viel zu strapaziös,
zweitens gäbe es nirgendwo eine größere Stadt
wo man auch einmal etwas zu sehen bekäme und überhaupt,
brauchten sie dringend neue Gewandungen, denn mit den zerschlissenen Fetzten die sie
mittlerweile am Leibe trugen, könne sich eine Dame von Stand nirgends sehen lassen.
So ging das Gezanke tagelang fort. Unsere tapferen Recken waren am Verzweifeln.
Die Frauen schutzlos zurücklassen war gegen ihre Ehre - sie wussten weder ein noch aus.
Doch endlich sollte sich das Schicksal wenden:
Nach einem tagelangen Marsch durch die Provinz Raetien kam unsere Schar in eine
Grenzstadt namens Reutte. Diese wurde gerade von christlichen Truppen belagert.
Alle Einwohner sollten gewaltsam bekehrt und getauft werden.
Wutentbrannt griffen Bullwyf, Sägar, Haldor und Erik zu ihren Waffen.
Der Kampf dauerte drei volle Tage und Nächte, dann gelang es ihnen die feindlichen
Heerscharen zurückzudrängen.
Die einheimische Bevölkerung war voller Dankbarkeit und übertrug Erik
die Verteidigung der Ländereien und der dazu gehörenden Festung Ehrenberg.
Doch noch waren unsere drei tapferen Krieger noch nicht am Ziel.
Das Land das sie gefunden hatten, war für ihre gesamte Sippe zu klein
und so trennten sie sich von ihrem normannischen Verbündeten
und folgten dem Lech weiter nach Norden.
Haldor jedoch hatte in der Zwischenzeit Gefallen an der biestigen Caitorinia gefunden
und beschlossen, den armen Erik aus dem Joch ihrer Gegenwart zu erlösen.
Dankbar willigte dieser in einen Tauschhandel ein und überließ sie Haldor für ein
silberbeschlagenes Methorn.
Nach nur wenigen weiteren Tagen gelangten unsere Helden an die Donau.
Unweit der Stadt Augusta Vindelicorum fanden sie endlich einen Platz
an dem sie bleiben konnten. Fruchtbares Weideland für ihr Vieh,
mächtige Wälder und klare Bäche. Sofort machten sie sich daran,
Wald zu roden und sich häuslich niederzulassen.
Zuerst errichteten sie nach altem Brauch eine Methalle, die ihnen vorerst auch als
Wohnstätte dienen sollte.
Ein Winter und ein Sommer gingen ins Land und immer mehr genossen sie ihr Leben.
Die Ernten waren gut, die Wälder voller Wild
und auch die einheimische Bevölkerung, die sie die Donaubarbaren nannte,
war freundlich. Nur ab und zu verspürten Bullwyf, Sägar und Haldor ein wenig Wehmut
und dachten an die vergangenen Schlachten und Kämpfe zurück.
Lange schon hatte keiner von ihnen seine Waffen mehr benötigt
und nur noch die Geschichten am Lagerfeuer erzählten von ihren
vergangenen ruhmreichen Taten.
Als Erik eines Tages einen Boten aus Ehrenberg schickte und seine alten Waffenbrüder
um Hilfe gegen die erneute Bedrohung durch die Christen bat,
zögerte Haldor nicht lange.
Caitorinia vermisste ihre Gefährtinnen und die normannischen Bräuche schmerzlich
und er selbst war der Meinung, dass er seinen Kampfesruhm noch vermehren müsste.
So trennten sich die Freunde - Haldor und Caitorinia versuchten ihr Glück
jenseits der Berge im Lande von Erik von Ehrenberg.
Sägar, Cornelia und Bullwyf blieben zurück in der Hoffnung,
dass ihr Stamm eines Tages zu ihnen stoßen würde.
So gingen einige Sommer und Winter ins Land und Bullwyf stellte fest,
daß er für ein so ruhiges ereignisloses Dasein noch nicht bereit war.
Er dachte an die Abenteuer die er und seine Gefährten in der Vergangenheit
bestanden hatten. So haderte er einige Zeit mit sich selbst - schließlich traf er eine
Entscheidung.
Bei einem Horn Met, verkündete er, dass er sich erneut auf die Reise machen wollte
um mit seinen Taten Ruhm und Ehre zu erlangen. Schon am nächsten Morgen zog er los und
verließ die Donau Barbaren.
Wir sind gespannt, was er uns bei einem Besuch von seinen Reisen berichten wird.
Gum biodh ràth le do thurus Floh!!